die Leitfähigkeit des Kühlwassers als Basis für eine vorrausschauende Kühlwasserbehandlung

Die 42. BImschVO dient als Handlungsvorgabe der Vermeidung hygienisch bedenklicher Zustände, die vorrangig durch Legionellen verursacht werden.

Im Unterschied zu anderen Bakterien, vermehren sich Legionellen äußerst langsam. Aber: Dafür benötigen Sie extrem wenig Nährstoffe und sind somit sehr resistent. Die Konsequenz daraus – sind die Legionellen einmal im System, wird man sie nur schwer wieder los und sie reproduzieren sich zwar langsam, aber dafür stetig!

Darüber hinaus, entwickeln sich Legionellen nur in geschützten Räumen und bleiben dadurch lange Zeit unbemerkt.

Solche Schutzräume können entweder frisch gebildete Niederschläge im Kühlwasser sein, meistens in Form von Kalk oder anderen Salzen; aber auch Wasserdampfbläschen aufgrund von Kavitation können hierfür geeignet sein.

Das Ziel ist also, Kalkbildung und Kavitation zu verhindern um den Legionellen effektiv entgegen zu wirken

In Kühlkreisläufen verdunstet Wasser, wobei die gelösten Salze im Kühlwasser verbleiben. Über das Zusatzwasser wird das verdunstete Wasser ergänzt. Damit der Salzgehalt im Kühlwasser nicht zu stark ansteigt (Eindickung), muss regelmäßig ein Teil des salzreichen Kühlwassers abgeschlämmt und durch salzärmeres Zusatzwasser ergänzt werden.

Den Salzgehalt kann man anhand der Leitfähigkeit des Wassers gut mitverfolgen, solange keine Salze ausfällen.

Daraus ergibt sich in Kühlkreisläufen mit Bezug auf die Leitfähigkeit eine „optimale Fahrweise“. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass die Leitfähigkeit im Kühlwasser möglichst hoch ist, um Kavitation möglichst zu vermeiden; jedoch gering genug, damit noch keine Kalkfällung auftritt.
In Zusammenarbeit mit einer Fachfirma kann diese optimale Fahrweise ermittelt werden.

Wird die Leitfähigkeit des Kühlwassers in diesem Bereich gehalten, dann wird eine Kalkfällung – mit Begünstigung der Legionellen – vermieden. Zugleich wird auch eine bei zu geringer Leitfähigkeit einsetzende Wasserdampfbläschenbildung – ebenfalls mit Begünstigung der Legionellen – vermieden.

Bei konstanter Zusatzwasserqualität kann anhand des Verfolgens der Leitfähigkeit vorausschauend erkannt werden, ob günstige Bedingungen für das Auftreten von Legionella zu befürchten sind, wie folgende Abbildung zeigt:

Es ist dann möglich, auf ungünstige Abweichungen der Leitfähigkeit mit einer Änderung der abgeschlämmten Kühlwassermenge zu reagieren. Ist die Leitfähigkeit zu hoch, muss die Abschlämmung erhöht werden; ist sie zu gering, so muss die Abschlämmung vermindert werden.

Mit dieser Vorgehensweise wird zugleich auch sichergestellt, dass die Oberflächenspannung des Wassers und damit die Funktionalität der Rieselpakete ziemlich konstant bleibt.

Mit jeder Änderung der Zusatzwasserqualität muss die „optimale Fahrweise“ in Zusammenarbeit mit einer Fachfirma überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Unabhängig hiervon empfiehlt es sich, diese mindestens monatlich überprüfen zu lassen.

MOL Katalysatortechnik GmbH

Dr. Jürgen Koppe

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