Wie kann ich es verhindern und was hat Harnstoff damit zu tun?

In Deutschland gibt es ca. 1,5 Mio. private Pools. Der Pool ist eine individuelle Verbindung zwischen Natur und Kultur. Er ist zugleich Bühne und Spiegel der Seele.
Häufig wird jedoch unterschätzt mit welch großem Aufwand ungetrübter Badespaß dauerhaft erhalten bleibt.

Grundsätzlich müssen 3 Hauptpfeiler der Poolwasserbehandlung beachtet werden:

  • Viren und Bakterien unschädlich machen und…
  • Durch ausreichende Umwälzung
  • eine stetig effektive Filtration ermöglichen.

Schenkt man diesen 3 Punkten genügend Beachtung steht dem glasklaren Poolwasser nichts mehr im Wege. Dieser Artikel beschäftigt sich im wesentlichen mit dem ersten Punkt.

Beim Schwimmen schwitzen wir und sondern diesen Schweiß an das Badewasser ab. Allein schon aus der Tatsache, dass im Körperschweiß deutliche Anteile Harnstoff enthalten sind, ergibt sich ein Harnstoffeintrag in das Poolwasser. Ein Badegast trägt somit selbst bei ordnungsgemäßer Poolnutzung ca. 2 g Harnstoff in das Poolwasser ein.

Üblicherweise wird der Harnstoff mit der Zeit chemisch abgebaut, wobei im Idealfall Kohlenstoffdioxid, Wasser und Stickstoff entstehen. Aber auch Ammonium-Ionen bzw. Ammoniak können entstehen. Der Aufenthalt im Poolwasser ist nicht nur für uns Menschen angenehm, sondern auch für Bakterien. Diese können zu hygienisch bedenklichen Zuständen führen.

Um den Bakterien entgegen zu wirken, wird dem Poolwasser bedarfsweise ein Biozid zugesetzt. Im Normalfall handelt es sich um chlorhaltige Produkte. Die bekannte „Chlortablette“ ist preiswert, lässt sich bequem dosieren und ist relativ sicher in der Anwendung.
Die „Aktivkomponente“ ist das molekulare Chlor!

Dieses reagiert im Wasser zu Hypochlorit und Chlorid. Das Hypochlorit schädigt dann nachhaltig die Bakterien.

Allerdings läuft diese „gewünschte“ Reaktion vom Chlor zum Hypochlorit nicht ganz so schnell ab

Das molekulare Chlor hat somit noch die Gelegenheit, mit Harnstoff bzw. Ammoniak unter Bildung von Chloraminen zu reagieren. Mit Bakterienresten und Hautschuppen ist darüber hinaus auch eine Reaktion zu gefährlichen Chlornebenprodukten, wie Chloramine und Trihalogenmethan-Verbindungen möglich.

Was der Geruch eines Pools, über die Gesundheit verrät

Genau diese Chlornebenprodukte nehmen wir als den typischen „Chlorgeruch“ wahr.

Das ist schon mal unangenehm. Noch unangenehmer ist, dass diese Chlornebenprodukte Haut- und Augenreizungen bewirken können. Auch Asthma kann verursacht werden, was man – wie z.B. auch beim Rauchen – erst nach Jahren feststellt. Besonders unangenehm ist, dass diese Verbindungen durch die Haut in den Körper eindringen können mit Auswirkungen auf unsere Bildung von Fettreserven (die dadurch angeregt wird) und unsere Fortpflanzungsfähigkeit (die dadurch beeinträchtigt wird).

Jan Koppe et.al.: Verbesserte Filterperformance mit katalytischer Wasserbehandlung,
Bädertechnik/AB Archiv des Badewesens 07/2019, S. 448

Was kann man tun?

Das Poolwasser nach jedem Bad komplett wechseln? Bis zu einer Poolgröße von 1 m³ mag das angehen!

Die Chlornebenprodukte an geeigneten Aktivkohlefiltern adsorbieren. Das hilft tatsächlich; allerdings bleibt eine gewisse Konzentration an Chlornebenprodukten immer noch im Wasser. Anschaffung und Wartung des Aktivkohlefilters sind Kostenfaktoren.

Deutlich eleganter geht das Ganze unter Einsatz geeigneter Katalysatoren, die dafür sorgen, dass hauptsächlich die Reaktion Chlor zu Hypochlorit und Chlorid abläuft. Dann bleibt kein Chlor mehr übrig, um die unangenehmen Chlornebenprodukte zu bilden.

Wir haben somit zwei Möglichkeiten in der Gestaltung der „Chlorung“:

Variante 1:    Chlor > Hypochlorit + Chlorid + Chlornebenprodukte

  • Bedeutet: eingeschränkter Badegenuss mit unangenehmen Nebenwirkungen

Variante 2:    Chlor + Katalysator > Hypochlorit + Chlorid

  • Bedeutet: uneingeschränkter Badegenuss

Nimmt man nun noch einen Vollmetall-Katalysator, der jahrelang seine Funktion beibehält, dann hat man nicht nur den uneingeschränkten Badegenuss, spart auch deutlich an Chlortabletten ein. Die Einsparung beträgt üblicherweise ca. 90 %. Und das dauerhaft!

Demgegenüber hat der Katalysator einen einmaligen Anschaffungspreis und bringt dafür einen jahrelangen gesundheitlichen Nutzen sowie ungetrübten Badespaß.

MOL Katalysatortechnik GmbH

Dr. Jürgen Koppe